Über die Entstehung der Kapelle zu Immeneich - Abschrift der Urkunde
Als im Sommer 1894 Ihre königlichen Hoheiten Großherzig Friedrich und Großherzogin Luise von Baden auf dem Weg nach St. Blassien durch Immeneich fuhren, hatte die Gemeinde in großer Freude festlichen Empfang bereitet, wobei der Bürgermeister die Begeisterung der Gemeinde für das theuere Fürstenhaus zum Ausdruck brachte.
Der gütige Landesvater nahm insbesondere Antheil an dem Brandunglück, welches Immeneich am 1. April 1894 betroffen hatte, wobei das Feuer auch die kleine Kapelle des Bürgers Josef Eckert, die einzige des Ortes, vernichtet hatte.
Bürgermeister Gäng schilderte das Bedrängniß der Gemeinde, die nicht die Mittel habe, ohne Unterstützung eine neue Kapelle zu bauen und das Fehlen einer solchen schmerzlichst empfände. Huldvoll versprach seine königliche Hoheit weitgehendste Hülfe und beauftragte alsbald den Architekten Professor Koßmann in Karlsruhe eine Kapelle in der gediegenen und schönen Holzbauweise zu errichten.
Der Architekt suchte den Bauplatz aus, entwarf die Baurisse und führte auf festgemauertem Granitsockel die den sichtbaren Dachstuhl tragenden Holzwände in Block-Ständer-Bauart auf. Die Schindeldachdeckung und im Art der Ausführung der Innenwände erfolgte auf besondere Anordnung des hohen Bauherrn.
Im Sommer des Jahres 1895 ist dieser Bau ausgeführt worden, wobei die Gemeinde die Grab- und Spanndienste leistete, seine königliche Hoheit unser allergnädigster Großherzig hat geruht, den Kapellenbau selbst der Gemeinde als Geschenk zuzuweisen und dieses Gotteshaus mit Altar und Glocke auszustatten.
Die Gemeinde Immeneich ist in treuester Hingebung an den gnädigen Stifter und an sein königliches Haus tief beglückt von diesem neuen Zeichen landesväterlicher Fürsorge und Huld unseres theuern und vielgeliebten Großherzogs Friedrich und stiftet diese Urkunde in die Kugel der Turmspitze, auf dass künftige Geschlechter von dem Entstehen dieser Kapelle Kenntnis erhalten.
Möge auch fürderhin Gottes reicher Segen walten über Großherzog Friedrich und dem Großherzoglich Badischen Hause!
Möge die Kapelle in fernste Zeiten erhalten bleiben als geweihte Stätte zu Ehre Gottes!
Deo in exselsis gloria!
Immeneich den 16. Juni 1895
Der Bürgermeister: M. Gäng
Der Rathschreiber: Hieronimus Ebner
Die Gemeinderäthe: J. Löffler J. Schlegel J. Ebner
(Der Originaltext hängt in der Kapelle links beim Eingang)





